Ballflugkurven – Teil 1

Je nach Flugbahn des Balls wird nach verschiedenen Varianten unterschieden (die Begriffe gelten für Rechtshänder – bei linkshändig spielenden Golfern ist jeweils rechts und links zu vertauschen):

Der normale Schlag mit gerader Flugbahn.

Draw: ein Golfschlag, bei dem der Ball rechts von dieser Linie startet und nach einer sanften Linkskurve im Ziel landet. Der Draw kann genutzt werden, um die Flugbahn den örtlichen Gegebenheiten anzupassen – z. B. nach links abknickendes Fairway – und hat außerdem den Vorteil, dass seine Schlaglänge bei gleicher Startgeschwindigkeit ungefähr 10 % weiter ist als die eines gerade geschlagenen Balls.

Fade: wie der Draw, aber von links nach rechts, der Fade fliegt außerdem höher, und dadurch auch kürzer als der gerade Schlag.

Slice: Schlag, der gerade startet und dann eine (zumeist) ungewollte Rechtskurve macht.

Hook: wie Slice, nur mit Linkskurve.

Punch: Schlag mit gerader aber bewusst flacher Flugbahn

Push: gerader Schlag, startet aber rechts von der Ziellinie und landet dementsprechend auch rechts vom Ziel.
Pull: wie Push, nur nach links.

Nächste Woche gibt es Teil 2.

Herzliche Grüße
Ihre Nina Krumm

Aus dem Tagebuch eines Marschalls I

Kann ich schon abschlagen?

„Wie weit schlagen Sie denn ungefähr?“

Ich wusste sofort, dass dies die völlig falsche Frage war und ich diese niemals hätte stellen dürfen. Dabei wollte ich doch nur wissen, ob ich den Abschlag für den neuen Flight freigeben kann. Aber wie bei einem einmal losgelassenen Schlag konnte ich die Frage nicht mehr stoppen, sie war raus wie ein getoppter Ball oder wie eine Kugel im Lauf einer abgefeuerten Pistole. Und mit ähnlich verheerender Wirkung.
Der gut warm gespielte, mental und körperlich absolut fitte Single Handicaper zuckte kurz ehe er antwortete. „Mit dem 3-er Eisen etwa 210m carry, ich habe heute vor, nur Eisen zu spielen.“ Das war die erwartete Antwort.

Alles kein Problem. Doch der kurze Weg zum Abschlag war zu lang! Drei Flightpartner, der nachfolgende Vierer und der Marshall mit seiner blöden Frage nagten am gespielten Selbstbewusstsein stärker als angenommen. Der kaum hörbare Satz „wahrscheinlich treffe ich ihn aber gar nicht“ während des Aufteens beschrieb für Jedermann mitfühlbar den wirklichen psychischen Zustand des gequälten Golfers. Nach einem eher zaghaften, von Zweifeln begleiteten Probeschwung folgte der erste Schlag. Ein kaum zu überhörender vielfacher Seufzer der Zuschauer wurde von drei verräterischen Sätzen begleitet: „ Wenigstens ist er nicht im Wasser.“ Und „Den finden wir“ und zu guter Letzt: „ich schlage einen Provisorischen nach“. Selbst jemand, der dieser Szene den Rücken zukehrte, hätte gewusst: der Ball ist am ersten Abschlag in einer wunderschönen Rechtskurve, Golfer nennen sie Slice, knapp über das leicht rechts liegende Wasser gesegelt, um dann im Ufergestrüpp vielleicht für immer zu verschwinden.

Nun fragen Sie mich bitte nicht, wer dieser Unglücksrabe war, denn ehrlich – sind wir das gelegentlich nicht alle einmal?